#10 - Busfahrer:innen / Straßenbahnfahrer:innen

Shownotes

In dieser Folge von „Mensch sein – zwischen Dienst und Leben“ richtet sich der Blick auf Busfahrer:innen und Straßenbahnfahrer:innen.

Für viele von uns beginnt mit dem Öffnen der Türen einfach nur eine Fahrt. Doch vorne sitzt ein Mensch, der währenddessen Verantwortung für zahlreiche Fahrgäste trägt.

Bus- und Straßenbahnfahrer:innen bringen Menschen zur Arbeit, zur Schule, zum Arzt oder zu ihren Familien. Früh am Morgen, spät am Abend, an Feiertagen, bei Regen, Hitze und dichtem Verkehr.

Diese Folge spricht über Konzentration, Verantwortung und die Belastungen eines Berufs, den wir täglich nutzen und dennoch oft übersehen. Über Verspätungen, die nicht in der Hand des Fahrpersonals liegen, über Zeitdruck, Aggression und respektlose Situationen.

Dabei geht es nicht nur um eine Strecke oder einen Fahrplan. Es geht um den Menschen hinter dem Steuer oder im Führerstand – mit einem eigenen Leben, eigenen Sorgen und Grenzen.

Eine ruhige Reflexion über öffentlichen Nahverkehr, Wertschätzung und die Menschen, die unseren Alltag jeden Tag in Bewegung halten.

Zwischen Dienst und Leben.

Transkript anzeigen

00:00:17: Ein Bus hält an.

00:00:20: Die Tür geht auf, Menschen steigen ein.

00:00:25: Ein kürzer Blick nach vorn Dann setzen sich ich alle wieder.

00:00:31: Manche schauen aus dem Fenster Andere auf ihren Handy.

00:00:37: Für die meisten beginnt einfach nur eine Fahrt Und vorne sitzt ein Mensch Der den ganzen Tag genau das möglich macht der uns täglich bewegt, oft ohne dass wir es bemerken.

00:01:06: Ich weiß nicht wie er sich anfühlt jeden Tag dort vorne zu sitzen – die Straße im Blick, die Haltenstelle, den Fahrplan und gleichzeitig die Menschen hinter sich, Menschen die pünktlich sein müssen, die müde sind, die es eilig haben, Wie viel Aufmerksamkeit diesen eine Fahrt verlangt?

00:01:40: Ein Kind läuft zu nah an die Straße, ein Fahrrad taucht plötzlich auf.

00:01:47: Ein Auto zieht hier rüber, jemand steht im Bus obwohl gleich gebremst werden muss und vorne darf die Konzentration nicht nachlassen!

00:02:01: Nicht für einen Moment.

00:02:05: dabei tut ihr etwas das unser Alter braucht.

00:02:11: Ihr bringt Menschen von A nach B zur Arbeit, zur Schule zum Arzt, zu Familie sicher, verlässlich so gut es geht.

00:02:26: Früh am Morgen, am Nachmittag in der Nacht an Feiertagen bei Regen, bei Hitze, bei Müdigkeit.

00:02:38: ihr seid da wenn anderen unterwegs sein müssen und vielleicht ist genau das so leicht zu übersehen.

00:02:47: Wir sind, dass der Bus kommt.

00:02:50: Dass die Straßenbahn hält.

00:02:53: Das sich die Tür eröffnen.

00:02:55: Aber nur selten sehen wir wie viel Verantwortung dort vorne mitfährt.

00:03:03: Verantwortung für viele Menschen!

00:03:07: Für ihre Sicherheit?

00:03:09: Für jeden Halt.

00:03:11: Für jede Entscheidung, die manchmal hinsichtlich von Augenblicks getroffen werden muss und vieles was euch zugerechnet wird liegt gar nicht in eure Hand.

00:03:28: Verkehr, Baustellen, falsch geparkte Autos, technische Probleme, Verspätungen die unterwegs entstehen und trotzdem landet der Ärger oft bei den Menschen, der vorne sitzt.

00:03:48: Ich höre von Beschimpfungen, von Aggressionen, von Respektlosigkeit – um manchmal auch von Gewalt!

00:03:59: Von Menschen, an jemand auslassen, der weiterfahren muss.

00:04:07: Der konzentriert bleiben muss, der Verantwortung trägt auch wenn der Ton hinter ihm rau wird.

00:04:15: Vielleicht ist der eigene Tag schon schwer genug?

00:04:20: Vielleicht war die Nacht kurz vielleicht wart er zuhause ein eigenes Problem und trotzdem muss die nächste alte Stelle sicher erreicht werden.

00:04:33: Ich frage mich wie es sich anfühlt über Stunden durch denselben Straße zu fahren.

00:04:41: Immer aufmerksam, immer ansprechbar – immer verantwortlich!

00:04:49: Wie sehr den Rücken eine lange Schicht spürt?

00:04:53: Wie schwer es manchmal ist, eine Pause zu finden wenn der Fahrplan weiterläuft und wie viel von einem Tag mit nach Hause kommt.

00:05:07: Die Ungeduld die lauten Worte vielleicht auch ein freundlicher Grüß oder ein herrliches Danke.

00:05:16: Und ich frage mich, wann ist das passiert?

00:05:22: Wann wurde aus einem Miteinander so oft ein Gegeneinander?

00:05:27: Wanne ist es normal geworden dass Menschen die uns durch den Alltag tragen angegriffen werden und sehen wir überhaupt noch wer dort vorne sitzt nicht nur jemandem der eine Strecke fährt sondern einen Menschen der während dieser Fahrt für viele anderen mitdenkt.

00:05:55: Dieser Podcast will niemand beschämen, er will auch nicht behaupten jeder Situation beurteilen zu können aber vielleicht kann er etwas festhalten dass euer Arbeit nicht selbstverständlich ist.

00:06:15: das Inter-Jederfahrt.

00:06:17: ein Mensch sitzt Ein Mensch Mit einem eigenen Leben Mit Müdigkeit Mit Sorgen Mit Grenzen und mit einer Verantwortung, die viele von uns nur selten wahrnehmen.

00:06:37: Ich sage Danke!

00:06:39: Danke dass ich durch euch meinen Alltag leben kann.

00:06:45: Danke das ich zur Arbeit komme zum Arzt zu meiner Familie.

00:06:53: Danke dass ihr Menschen sicher bewegt auch wenn der Tag nicht immer ruhig bleibt.

00:07:01: Danke für eure Konzentration für eure Geduld und für Eure Präsenz.

00:07:08: Und für das, was Ihr dafür auf Euch nehmt – nicht als Rolle, nicht als Dienstleistung sondern als Menschen zwischen Dienst und Leben.

00:07:25: Danke!

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