#9 - Kassierer:innen

Shownotes

In dieser Folge von „Mensch sein – zwischen Dienst und Leben“ richtet sich der Blick auf Kassiererinnen und Kassierer.

Wir begegnen ihnen fast jeden Tag. Im Supermarkt, an der Kasse, zwischen Einkaufswagen, Warteschlangen, Piepen, Eile und Ungeduld.

Doch oft sehen wir nur den Ablauf: Waren aufs Band, scannen, bezahlen, weitergehen. Selten sehen wir den Menschen, der dort sitzt.

Diese Folge spricht über eine Arbeit, die viel mehr verlangt, als viele wahrnehmen: Konzentration, Geduld, Freundlichkeit und die Fähigkeit, jeden neuen Menschen neu zu behandeln – auch nach Stress, Müdigkeit oder respektlosen Momenten.

Kassierer:innen werden oft zum Ventil für Ärger, der gar nicht ihnen gehört. Für lange Schlangen, falsche Preise, persönliche Sorgen oder die Ungeduld anderer Menschen.

Diese Episode ist eine ruhige Reflexion über Wertschätzung, Respekt und die Frage, ob wir im Alltag noch wahrnehmen, wem wir eigentlich begegnen.

Ein Dank an alle Kassiererinnen und Kassierer, die unseren Alltag jeden Tag mittragen – nicht als Funktion, sondern als Menschen zwischen Dienst und Leben.

Transkript anzeigen

00:00:18: Ein Einkaufswagen, ein Band das sich langsam bewegt.

00:00:24: Ein Piepen noch eins und noch eins.

00:00:30: Menschen stehen in der Schlange schauen auf ihren Endi seufzen blicken nach vorne.

00:00:40: es soll schnell gehen Und vorne sitzt jemand der den ganzen Tag genau dass tut Kassierer und Kassirerin einen Beruf der jeden tag mit Menschen zu tun hat.

00:00:59: Mit Stress, mit Eile, mit Ungeduld!

00:01:05: Viele kommen an die Kasse und sehen nur eine Funktion – einen Ablauf, einen letzten Schritt der schnell gehen soll.

00:01:17: Die Waren werden aufgelegt, gescannt, bezahlt, eingepackt… Und dann kommt der nächste Mensch … und der Nächste ... und wieder der nächste.

00:01:31: Manche lächeln, manche grüßen Manche sagen kein Wort und manche bringen etwas mit, das eigentlich nicht mit diesem Ort zu tun hat.

00:01:46: Denn ärger über den Tag die Sorge um das Geld, die ungeduld weil es irgendwo anders schon zu lange gedauert hat Respekt Freundlichkeit Geduld Bleiben dabei oft auf der Strecke Und ihr bekommt das alles ab.

00:02:12: Jeden tag Generfte Blicke, laute Stimmen.

00:02:17: Vorwurfe wegen seinen Preises, denn ihr nicht festgelegt habt.

00:02:24: Ärger über eine Schlange die ihr nicht allein auflösen könnt.

00:02:31: Wut, die nichts mit euch zu tun hat!

00:02:35: Aber bei euch landet.

00:02:38: Ihr werdet zum Ventil für ein Leben das woanders druckt und trotzdem bleibt ihr da.

00:02:49: Es kannt weiter.

00:02:51: Ihr frag nach der Kundenkarte.

00:02:54: Ihr erklärt, warum etwas nicht funktioniert.

00:02:58: Ihr zählt Geld, behaltet den Überblick und wünscht einen schönen Tag – immer wieder!

00:03:08: Dabei ist diese Arbeit nicht nur das Sitzen an eine Kasse.

00:03:13: Er isst Konzentration über Stunden Es es dein Rücken der dich Schicht spürt.

00:03:23: Es sind Hände die immer dasselbe Bewegung machen.

00:03:30: der aufmerksam bleiben muss, auch wenn der einigen Tag längst schwer geworden ist.

00:03:40: Vielleicht es zu Hause jemand krank?

00:03:43: Vielleicht wartet eine Rechnung?

00:03:47: Vielleicht war die Nacht zu kurz und trotzdem sitzt ihr dort, hört zu, antwortet, bleibt freundlich so gut es eben geht.

00:04:04: Manchmal sage ich einfach Danke!

00:04:08: Und ich sehe... was dieses Wort auslösen kann.

00:04:12: Ein kurzes Innenhalten, ein Blick, ein kleines Leuchten in den Augen – manchmal auch Überraschung als wäre ein Danke etwas Unerwartetes obwohl es eigentlich das Normalste der Welt sein musste.

00:04:36: und ich sehe auch etwas anderes die Müdigkeit, die Resignation das Stille ertragen vielleicht Auch die Anstrengung, den nächsten Mensch nicht für das verantwortlich zu machen was der Vorjährige hinterlassen hat.

00:05:00: Denn auch das ist eine Form von Kraft immer wieder neu zu beginnen mit jedem Einkauf, mit jedem Gesicht und mit jedem kurzen Kontakt!

00:05:17: Und ich weiß... Für viele endet der Dienst nicht an der Kasse Man wohnt in denselben Keats Man wird erkannt, angesprochen, manchmal freundlich, manchmal respektlos.

00:05:35: Auch außerhalb der Arbeit!

00:05:39: Vielleicht möchte man nach einem langen Schicht einfach nur nach Hause still sein?

00:05:46: Nicht mehr lächeln müssen nicht mehr erklären, nicht mehr die Ungeduld andere Menschen tragen und ich frage mich was bleibt von einen Tag an dem Hunderte vorbei gegangen sind, welche Worte bleiben hängen?

00:06:11: Die lauten oder vielleicht doch das eine ehrliche Danke.

00:06:19: Nehmen wir noch wahr dass uns dort vorne kein Ablauf begegnet sondern ein Mensch der vielleicht schon seit Stunden für anderen freundlich sein soll.

00:06:34: dieser Podcast kann das System nicht verändern.

00:06:39: er kann euch die Belastung nicht abnehmen Und er kann euch nicht vor jedem respektlosen Moment schützen, aber vielleicht kann er etwas tun.

00:06:55: Einen Moment lang – Nicht auf die Schlange schauen!

00:07:01: Nicht auf das Band, nicht auf die Uhr Sondern auf den Menschen der dort sitzt.

00:07:12: Danke dass ihr bleibt Danke dass Ihr aushaltet was anderen bei Euch abladen.

00:07:21: Danke für eure Aufmerksamkeit Für eurer Geduld für Eure Präsenz und für Eurer Menschlichkeit.

00:07:32: Danke dafür, dass Ihr unseren Alltag jeden Tag mittragt – auch dann wenn kaum jemand darüber nachdenkt!

00:07:46: Nicht als Rolle nicht als Funktion sondern als Menschen zwischen Dienst und Leben.

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